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Wie jedes Jahr, nur dieses Mal im sehr winterlichen Kleid, öffnet die Maastrichter Messe ihre Tore für die weltweit wichtigste Kunst- und Antiquitätenmesse TEFAF (The European Fine Art Fair). In gewohnt luxuriösen Rahmen werden an die 30.000 Kunstwerke von 265 internationalen Händlern geboten. Schon der Eingangsbereich offeriert einen optischen Augenschmaus mit kunstvollen Blumenarrangements, die in Frühlingsfarben in einer modische Wandgestaltung eingebettet sind. Die Floralgestaltung zieht sich, in großen Vasen arrangiert, durch die gesamte Halle und findet sich immer vor allen an den vielen Sitzgelegenheiten, die ausreichend in der Halle vorhanden sind und frequentiert von den Besuchern - nicht nur den älteren Generationen –genutzt werden. Man kann und darf gepflegt durch die, nach internationalen Straßen benannten Wegen, wie Fifth Avenue, Sunset Boulevard oder Faubourg Saint Honoré oder über die nach berühmten Plätzen benannten Meetingpoints, wie Champs Elysées, Trafalgar Square oder Vrijthof, lustwandeln und erhält einen umfassenden Überblick über all das, was der Kunst- und Antiquitätenmarkt an Auswahl und Qualität zu bieten hat. Und das ist auch in diesem Jahr wieder Einiges. Im Gegensatz zu den meisten anderen Messen geht es hier gediegen zu. Keine Hektik, keine Wichtigtuerei, sondern ein gepflegtes und zurückhaltendes Flanieren durch die Kunstwelt. Der Besucher kann hier unbeschwert Kunstwerke in Millionenhöhe erwerben. Die Welt scheint hier noch in Ordnung. Von einer Krise ist nichts oder nur kaum etwas zu spüren. Es scheint sich langsam immer mehr zu bewahrheiten, dass sich Kunstwerke, ob nun die der Alten Meister oder die der Moderne, als Geldanlage lohnen. Allerdings muss die Qualität auch immer stimmen. Und das tut sie in Maastricht. Bevor ein Kunsthändler hier ausstellen darf, muss er bereits von gewissem Renommee sein. Bei einer Standmiete von im Schnitt 100 000 Euro plus die Standbaukosten und diverse Extras ist das nur für die ganz großen Flagschiffe der Kunst- und Antikwelt möglich. Aber die kommen behände von überall auf der Welt jedes Jahr und bieten feil, was ihr Markt an Qualität zu bieten hat. Darüber hinaus wird jedes einzelne Exponat, das zum Verkauf angeboten wird, von einer unabhängigen Fachjury begutachtet, so dass eine Sicherheit beim Erwerb gegeben wird. Auch die Käufer kommen von naher und weiter Ferne und demonstrieren, dass der Kunstmarkt immer noch Potential hat – auch für Antiquitäten. Inzwischen haben sich die Kunsthandelsplätze ein wenig verschoben. Zwar gibt es noch viele Käufer aus Europa und vermehrt auch wieder aus den U.S.A., doch Russland und vor allem China stehen an den obersten Plätzen der „Rangliste“. Der europäische Kunsthandel gibt sich selbstbewusst. Und behält Recht damit. Das Erscheinen großer Altmeister, sei es ein Herrenportrait von Velasquez für 14 Mio Euro (bei Otto Naumann / New York), ein Francesco Guardi für 4 Mio Pfund (bei Moretti / London) oder eine frühe Meissner Vase (Vogelbauervase) aus der Sammlung August des Starken, die von Georg Fritzsche nach den japanischen Vorlagen aus Arita-Porzellan modelliert und von Johann Gregoius Höroldt dekoriert wurde (gesehen beim Münchner Porzellanspezialisten Röbbig für 1,1 Mio Euro) zeigen die herausragende Qualität, die aber auch ihren Preis hat. Spätes Mittelalter gibt es bei Daniel Katz (London), der seine Tilman Riemenschneider- „Verkündigung“ um 1515/1520, Alabaster, 32 mal 21 cm, für 1,8 Millionen Euro anbietet. In der Rubrik Design kann der Kunstliebhaber bei Ulrich Fiedler aus Berlin einen „Billet-Chair“ von Gerrit-Rietveld aus dem Jahr 1923 für 450.000 Euro haben. Mit einem Pastell von Van Goghs aus dem Jahre 1883 „Jardin de Prespytère“, das vom Kunsthandel Ivo Bouwerman angeboten wird, lässt sich allmählich die Rubrik der Moderne auf den TEFAF einleiten, die immer abgetrennt von den anderen Bereichen geführt wird. Wie schon im letzten Jahr, fehlen auch in diesem Jahr wieder eine führende Galerien, wie Hauser & Wirth oder Acquavella oder Waddington. Doch bleibt damit die Qualität nicht etwa auf der Strecke. Es gibt auch hier einiges zu sehen, wie Henry Moores „Reclining Figure Curved“, eine fast 1,5 Meter lange und 600 Kilo schwere Figur, bei Landau (Montreal) für 35 Millionen Dollar angeboten wird. The Mayor Gallery aus London wartet mit einem Werk von Günther Uecker (Nagelkreis) auf – einem im Durchschnitt zwei Meter großen Werk – das für 640.000 Euro erworben werden kann. Die berühmte New Yorker Galerie Gagosian ist ebenfalls wieder am Start und präsentiert zum einen ein Gemälde von Pablo Picasso „Femme avec un couteau à la main et une tête de taureau“ aus dem Jahre 1946 und zudem eine spiegelpolierte Edelstahlskulptur mit durchsichtiger, blauer Beschriftung und lebenden Blütenpflanzen von Jeff Koons (geb. 1955) aus dem Jahre 2010-2012. Über Preise spricht man hier nicht – die würden mit den Interessenten verhandelt. Wer nicht allzu großes transportieren möchte wird, findet genügend Möglichkeiten, sein Geld in Juwelen anzulegen. Aus erschiedenen Epochen von der Antike bis zur Gegenwart werden außergewöhnliche Stücke angeboten, Eines der Highlights, das A La Vieille Russie, New York offeriert, ist eine mit Diamanten besetzte Brosche aus Silber und Gold mit durchbrochenen Flügeln von Musy, Turin, datiert um ca. 1860, die sich im Besitz dreier Königinnen befand. Eine exquisite Pavé Brosche mit Rubinen und Diamanten im Mystery Setting von Van Cleef & Arpels, signiert und datiert 1964, ist bei Epoque Fine Jewels, Kortrijk (Stand130), zu sehen.
Die Messe geht noch bis nächsten Sonntag, dem 24. März 2013 und ist täglich von 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet.
(Quellen: Tefaf/FAZ) |